Die Förderung des Projekts ist Ende 2013 ausgelaufen.
Einige weitere Publikationen sind aber noch in Arbeit.

 

 

AKTUELL

November 2013:
Der Tagungsband zu unserem Workshop vom letzten Oktober ist soeben im Berliner Ch. Links Verlag erschienen:

Stoecker / Schnalke / Winkelmann (Hg.):
Sammeln, Erforschen, Zurückgeben?
Menschliche Gebeine aus der Kolonialzeit in akademischen und musealen Sammlungen.


Hier die Öffnet externen Link im aktuellen FensterAnkündigung des Verlags.
Hier das Inhaltsverzeichnis.

Charité Human Remains Project

Die Charité beherbergte größere anthropologische Schädel- und Skelettsammlungen, die zum Teil in der Kolonialzeit zusammengetragen wurden. Daraus ergeben sich aktuelle und potenzielle Restitutionsforderungen. Für eine adäquate Reaktion auf solche Forderungen erweist sich allerdings der Kenntnisstand zur Herkunft der Sammlungsstücke wie auch zum weiteren kolonial- und wissenschaftshistorischen Kontext der Sammlungsentstehung als nicht ausreichend. Zudem fehlen in Deutschland allgemein anerkannte Kriterien für entsprechende Rückgabeverhandlungen.

Ziel des Projekts ist es – auch im Sinne einer Aufarbeitung der eigenen Geschichte –, ausgewählte Teile der Sammlungen exemplarisch unter zwei Aspekten ergebnisoffen zu beforschen: Erstens sollen verlässliche Informationen über die Herkunft und den Erwerbskontext der Sammlungsstücke zusammengetragen werden. Diese Provenienzforschung erfolgt interdisziplinär auf der Grundlage historischer und anthropologischer Methoden. Zweitens soll die zugehörige Sammlungs- und Sammlergeschichte in ihrem wissenschafts- und kolonialhistorischen Kontext erstmals eingehend aufgearbeitet werden. Die Charité-Sammlungen bieten sich dafür besonders an, da sich in Berlin im späten 19. Jahrhundert die deutsche Anthropologie als wissenschaftliches Fach konstituierte.

Das Projekt hat im Oktober 2010 seine Arbeit aufgenommen und wird für drei Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Das Projekt ist dem Centrum für Anatomie und dem Medizinhistorischen Museum der Charité zugeordnet.

Projektleiter

PD Dr. Andreas Winkelmann | t: +49 3391 3914510 | f: +49 30 450 528900
Lehrkoordinator Anatomie
Prof. Dr. Thomas Schnalke | t: +49 30 450 536077 | f: +49 30 450 536905
Leiter des Berliner Medizinhistorischen Museums

Mitarbeiter/innen

Daniel Möller M.A. | t: +49 30 450 528455 | f: +49 30 450 528900
Anthropologe
Dr. Holger Stoecker | t: +49 30 450 528455 | f: +49 30 450 528900
Historiker
Barbara Teßmann M.A. | t: +49 30 450 528455 | f: +49 30 450 528900
Anthropologin

Frühere Mitarbeiter/innen

Dr. Katrin Koel-Abt
Anthropologin
Nils Seethaler M.A.
Ethnologe

Veröffentlichungen

Winkelmann A, Stoecker H
Rückgabe von Schädeln und Skeletten an Namibia: Überreste einer fragwürdigen „Rasseforschung“.
Deutsches Ärzteblatt 2014; 111(18):A792-A793 (http://www.aerzteblatt.de/archiv/159510).
Stoecker H, Schnalke T, Winkelmann A (Hg.)
Sammeln, Erforschen, Zurückgeben? Menschliche Gebeine aus der Kolonialzeit in akademischen und musealen Sammlungen. Berlin: Ch. Links, 2013.
Stoecker H
Knochen im Depot. Namibische Schädel in anthropologischen Sammlungen aus der Kolonialzeit, in: Jürgen Zimmerer (Hrsg.): Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte, Frankfurt a. M. 2013, S. 443-458.
Stoecker H
Die Schädel der "Wilden" - Friedrich Sellow und das anthropologische Sammeln, in: Hanns Zischer, Sabine Hackethal und Carsten Eckert (Hg.): Die Erkundung Brasiliens - Friedrich Sellows unvollendete Reise. Berlin 2013: S. 202-211.
Glaubrecht M, Seethaler N, Teßmann B, Koel-Abt K
The potential of biohistory: Re-discovering Adelbert von Chamisso’s skull of an Aleut collected during the “Rurik” Expedition 1815–1818 in Alaska.
Zoosystematics and Evolution 2013; 89(2):317-336.
Koel-Abt K, Winkelmann A
The identification and restitution of human remains from an Aché girl named "Damiana": an interdisciplinary approach.
Ann Anat 2013; 195:393-400.
Stoecker H
Post vom Feldlazarett - Namibische Schädel in Berliner anthropologischen Sammlungen.
iz3w / Informationszentrum 3. Welt 2012; 331:32-33.
Winkelmann, A
Zeugen zweier Geschichten – Die Charité gab Schädel aus der Kolonialzeit nach Namibia zurück.
Deutsches Ärzteblatt 2012; 109(15):A754-A755 (http://www.aerzteblatt.de/archiv/124896).