Geschichte der Berliner Anatomie 1883 - 1935

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1883

Wilhelm Waldeyer (1836-1921) übernimmt das Direktorat des Anatomischen Instituts, das er erst mit 80 Jahren 1917 abgibt. In seine Zeit fallen große Fortschritte in der Mikroskopie (Waldeyer prägt unter anderem die Begriffe Chromosom und Neuron). In Waldeyers Zeit fällt auch die aus heutiger Sicht  kritische Sammlung von Schädeln und Skeletten aus aller Welt, um daran anthropologische Forschung zu betreiben. Mit diesem Aspekt der Anatomie- und Sammlungsgeschichte beschäftigt sich derzeit das von der DFG geförderte "Charité Human Remains Projekt".

 

Waldeyer am Mikroskop

1888

Ein II. Anatomisches Institut wird abgetrennt, das sich fortan mit Histologie und Entwicklungsgeschichte beschäftigt. Es wird von Oskar Hertwig (1849-1922) geleitet. 1892 kann ein eigenes Haus bezogen werden, das ab 1897 "Anatomisch-Biologisches Institut" heißt (das heutige Oskar-Hertwig-Haus).

Nach Hertwigs Emeritierung 1921 folgt ihm Franz Keibel (1861-1929) als Direktor. 1935 werden die beiden Institute formal wieder zu einem Institut vereinigt.

1906

Das Institut erhält ein zusätzliches Stockwerk, wodurch "vier helle, prächtige und luftige Präpariersäle" entstehen. Noch heute befinden sich dort die vier Präpariersäle des Hauses.

1921

In den unruhigen Jahren der Weimarer Republik leitet Rudolf Armin Fick (1866-1939) das Institut. Er erforscht den Bewegungsapparat. Seine Vorlesungen werden als "so trocken, wie das Fach es erfordert" beschrieben. Er wird 1934 emeritiert.