Restitution australischer Gebeine 2014

In einer zweiten Rückgabezeremonie hat die Charité am 14. Juli 2014 weitere sterbliche Überreste Indigener Australier an Australien übergegeben. Siehe hier die Öffnet externen Link im aktuellen FensterPressemitteilung der Charité.

Es handelt sich um human remains von insgesamt 14 Individuen aus Westaustralien sowie von den Torres-Straßen-Inseln im australischen Nordosten. 13 Schädel wurden 1881 von dem deutschen Forschungsreisenden Otto Finsch (1839-1917) auf der Insel Mabuyag in der Torres-Straße gesammelt und nach Berlin an Rudolf Virchow geschickt. Dieser fand allerdings keine Zeit, sie näher zu untersuchen, und sie gelangten nach seinem Tod in die "S-Sammlung" des Berliner Völkerkundemuseums, die nach einer langen Geschichte und vielen Umzügen in die Obhut des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité überging. In diesem Bestand wurden die Schädel insbesondere anhand von Aufschriften auf den Schädeln sowie Briefen von Finsch identifiziert und der genannten Herkunft zugeordnet.


Ein einzelner Schädel stammt aus der Gegend des Murchison River in Westaustralien. Überlieferte Katalogdaten und Publikationen legen nahe, dass dieser Schädel von einem deutschstämmigen Ingenieur namens Streich auf einer Expedition 1891-92 durch das damals zum Teil unerforschte Westaustralien ausgegraben wurde. Über einen Mittelsmann in Melbourne gelangte der Schädel dann an den Berliner Anatomen Wilhelm Krause (1833-1910), der 1897 eine Forschungsreise nach Australien unternahm. Die Gebeine, die er von dieser Reise mitbrachte, wurden in die Sammlung des Anatomischen Instituts der Berliner Universität aufgenommen.


Zum Hintergrund dieser Provenienzforschung sowie der aktuellen Rückgabe siehe auch die Erläuterungen auf dieser Seite zur Rückgabe im April 2013.